UnserEbersdorf.de
Die Internetseite des Heimat- und Schulfördervereins Chemnitzer-Ebersdorf.

 

 

Corona - Gedankenaustausch.

Hier möchten wir gerne Gedanken, Stimmungen, Meinungen, Anregungen etc. von Schülern, Eltern und Lehrern gemeinsam teilen.*
Bitte schaut doch immer mal wieder hier vorbei!


Brief 5

Sehr geehrte …,

vielen Dank für den emotionalen Brief.

Auch wenn es für uns alle eine schwierige Zeit war und auch sicher immer noch ist, so konnten wir doch auch viel Positives daraus mitnehmen.

Wann konnten wir schon mal so viel Zeit als Familie miteinander verbringen?

Wir haben die Zeit genutzt, um viel gemeinsam zu spielen und zu toben. Dabei haben wir auch einige neue Spiele gelernt. Und was am schönsten für alle war, wir konnten immer wieder kurze Pausen einlegen um zu kuscheln. Das haben wir sehr genossen.

Natürlich haben wir auch viel für die Schule gemacht. Da ich in der Zwangspause keine Möglichkeit zum Homeoffice hatte, konnte ich mich in der Zeit voll und ganz auf die Kinder konzentrieren. Nach anfänglichen Schwierigkeiten beim Lernen daheim, haben wir dann doch recht schnell einen guten Rhythmus gefunden. Mit einem strukturierten Tagesablauf wurde vieles einfacher. Natürlich lies nach den ersten Wochen die Motivation daheim zu lernen auch irgendwann nach, aber durch die abwechslungsreichen Aufgaben und kleinen zusätzlichen Angebote, wurde es nicht langweilig.

Nun sind die Kinder in der 2. Woche wieder in der Schule und wir alle sind sehr froh darüber. Die Kinder haben sich sehr auf ihre Freunde, sowie auf alle Lehrerinnen und Hortnerinnen gefreut. Auch wenn sie viele nur aus der Ferne sehen, so ist es doch ein kleines Stück Normalität. Mit den veränderten Maßnahmen kommen sie ganz gut zurecht.

Auch wenn wir jetzt für eine ähnliche Situation gerüstet wären, hoffen wir, dass es nicht dazu kommt und die Kinder zumindest erstmal das laufende Schuljahr in der Schule zu Ende bringen können.

Ich wünsche uns allen, dass wir gesund bleiben und sende herzliche Grüße


Brief der Schulleitung

Ebersdorf, 26.05.2020

Liebe Eltern der Schülerinnen und Schüler der Grundschule Ebersdorf,

heute möchte ich mich gern mit einem persönlichen Brief an Sie wenden. Seit Februar erleben wir eine besondere Zeit. Es begann mit ersten Belehrungen zum Gesundheitsschutz und ging schließlich bis zur absoluten Schulschließung. Wir alle, Kinder, Eltern, Lehrerinnen, Erzieherinnen und viele andere, die sonst noch an unserer Schule aktiv sind, mussten sich regelmäßig auf neue Maßnahmen und Einschränkungen einstellen. Nun dürfen wir wieder unsere Klassen unterrichten, wenn auch etwas verändert. Es hat sich seltsam angefühlt, in eine nahezu leere Schule zu gehen und im Büro nichts als Stille zu erleben. Niemand hat geklopft oder Auskünfte haben wollen. Stattdessen war ich damit beschäftigt, Dokumente zu lesen, Briefe zu verfassen, Online-Programme zu verstehen, Konzepte vorzubereiten. Umso mehr war es emotional sehr berührend, tolle Briefe von Familien zu lesen. Ganz unter die Haut ging die Collage der Klasse 3, die als Dank nach der „Ostercollage“ unsererseits hier ankam.

Was hat mich in den Wochen besonders bewegt:

  • Es gab ausschließlich sehr viel Verständnis für die Maßnahmen von allen Seiten. Danke.
  • Es gab viel wertschätzendes Feedback. Danke.
  • Es gab tolle ehrliche und positive Rückmeldungen durch Eltern. Danke.
  • Es gab/gibt absolut motivierte und nette Kinder.
  • Kinderlärm und Lachen haben gefehlt und sind endlich zurück.

Sicher kann ich noch mehr aufzählen. Aber es geht mir darum, dass Dinge, die sich zum Guten entwickelt haben, erhalten bleiben. Ich wünsche mir zum Beispiel weiterhin eine so tolle Kommunikation und ehrliche Gespräche und Rückmeldungen.

Ich freue mich, dass ich einige Rückmeldungen veröffentlichen darf. Sie können diese Briefe auf der Homepage unter dem Reiter „Corona Gedankenaustausch“ nachlesen.

Achtung Aufruf!

Gleichzeitig möchte ich Sie aufrufen und ermuntern, ebenfalls ihre Erfahrungen und Gedanken zu der Zeit während Corona aufzuschreiben. Wir können Briefe und Kurzmeldungen veröffentlichen, aushängen und anonym behandeln. Natürlich darf es auch diskret ohne Veröffentlichung sein.

Ich wünsche Ihnen weiterhin vor allem Gesundheit, aber auch Durchhaltevermögen im Dschungel der sich ständig verändernden Maßnahmen. Haben Sie Vertrauen, dass wir immer an das Wohl der Kinder denken und deshalb auch einige Maßnahmen sehr konsequent durchsetzen. Gemeinsam werden wir es schaffen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass wir bis zum Ende des Schuljahres so unterrichten können und dürfen, wie wir am 18.05.2020 neu gestartet sind.

Mit den besten Grüßen

Brief 4

Liebe Frau …,

vielen Dank erst einmal für die tolle Osterüberraschung. Marek strahlte über das ganze Gesicht als er die Collage betrachtete.

Marek hat von uns feste Lernzeiten in Form eines Stundenplanes bekommen. Allerdings waren 2 Stunden täglich zu wenig wie wir dann feststellten. Uns ist aufgefallen, dass ihm strukturiertes und systematisches Arbeiten (der Reihe nach, Aufgaben zu Ende bringen etc.) schwer fällt. Am Anfang haben wir ihn allein lernen lassen, was nicht optimal war, besser für ihn ist es, wenn jemand präsent ist und ihm ggf. Hilfestellungen geben kann und zeitnah die Aufgaben kontrolliert.

Für uns war das Zuhause Lernen auch eine neue Situation, die wir erst unterschätzt haben.

Aber als wir ihm dann jeden Tag nochmal seine zu erledigenden Aufgaben aufgeschrieben haben und mehr hinterher waren, lief es gut. Er macht auch sehr gut mit.

Insofern wären wir nun für eine eventuelle 2. Runde gut gerüstet und würden uns neue Aufgaben wünschen.

Die Aufgabenstellungen in allen Fächern waren sehr übersichtlich und dass die Aufgaben zum Teil nach Tagen strukturiert waren, fanden wir sehr hilfreich. Inhaltlich war es gut machbar.

Nun möchten wir Ihnen noch alles Gute für die nächsten Tage wünschen. Wir selbst genießen die Zeit als Familie ohne Termine und Programm und trotz Heimarbeit doch sehr.

Herzliche Grüße von Familie Zielke


Brief 3

Liebe Frau … und alle anderen Lehrer,

heute haben meine Mama und ich endlich die Zeit gefunden, allen Lehrern ein Lebenszeichen von uns zu schicken. Vielen Dank für die sehr tolle Collage, die alle Lehrerinnen und Hortnerinnen und der Hausmeister für uns gebastelt haben. Eine sehr schöne Idee.

Uns geht es allen gut. Wir sind gesund. Mittlerweile haben wir einen guten Rhythmus, wie wir alle Aufgaben erledigen können. Mein Papa hat Homeoffice, sitzt von früh bis teilweise 17.15 Uhr jeden Tag am Computer in einer Onlineschulung und hat dadurch eigentlich keine Zeit für uns. Mama muss weiterhin in Schichten arbeiten gehen. Wenn sie Spätdienst hat, hilft sie uns bei den Schulsachen und kocht für uns. Wenn sie Frühdienst hat, müssen wir uns selber organisieren und sogar selber kochen. Wir werden immer besser.
😁
Außerdem gehen wir jeden Tag am späten Nachmittag bis abends mit Papa in den Garten. Am Wochenende sind wir fast den ganzen Tag im Garten und genießen das tolle Wetter. Ich habe schon einiges für Schulgartenunterricht in unserem Garten erledigt. Sonnenblumen- und unsere Schmetterlings-und Bienenwiese sowie Möhren und Radieschen sind ausgesät. Am Wochenende kommen die Kartoffeln in die Erde.
Ich war fast jeden Tag recht fleißig für die Schule und war sogar ein paar Tage vor den Ferien mit allem fertig. Ich bin gut zurechtgekommen und brauchte kaum Hilfe. Wenn mir langweilig ist, lese ich unsere Lustigen Taschenbücher durch. Auch Sport machen wir regelmäßig, vor allem auf dem Trampolin.

In den nächsten Emails schicken wir meine Ausarbeitungen der letzten Wochen und von heute.
Da wir nur 1 Laptop haben, bin ich noch nicht dazu gekommen, mich mit Antolin zu befassen. (Tamino muss mehr mit dem Computer arbeiten)

Ganz liebe Grüße an alle Lehrer und bitte auch an die Hortnerinnen von Mattéo, Emilio, Tamino, Katharina und André Beyer.


Brief 2

Liebe Frau …,

anbei 2 Aufgabenkärtchen von Marek.

Wir wünschen Ihnen und dem Lehrerteam einen guten Start für nächste Woche (Sie sind bestimmt gerade nicht zu beneiden...).

Wir wollten uns auch noch einmal bedanken, für die gut strukturiert übermittelten Aufgaben, dass alles gut durchdacht war und dass Sie und Frau Neumann immer Unterstützung angeboten haben und auch für die Briefe mit den großen Smileys (wir fanden, die Briefe und Nachrichten von Ihnen und Frau Neumann sehr wichtig, Marek hat sich immer gefreut, wenn er ein "Lebenszeichen" bekam).

Herzliche Grüße von Familie Zielke


Brief 1

Hallo Frau …, 

ich möchte Ihnen auf diesem Weg ein kurzes update zum homeschooling bei uns zu Hause geben. Danke für die persönliche E-Mail an Henry von letzter Woche und die durchweg gut strukturierten und interessanten Aufgaben mit Lösungen.

Grundsätzlich kann ich sagen, hat das Interesse an den Aufgaben im Laufe der Wochen stetig abgenommen. Das trifft auf beide Kinder zu. Wir haben als Eltern den Rahmen gegeben, für Struktur gesorgt und auch viel mit dagesessen aber es wurde zunehmend schwierig für die Kinder die Aufgaben zu lösen, konzentriert zu bleiben, sich zu fordern und Freude dabei zu empfinden. Ich habe festgestellt, dass einfachste Aufgaben, die bekannt sind, nicht mehr gelöst werden können und dadurch unheimlicher Frust entsteht und das Gefühl 'gar nichts mehr zu können.

Die Gedanken der Kinder wirken wie blockiert.

Was unter den derzeitigen Umständen durchaus nachvollziehbar ist.

Meiner Meinung nach ist, das was die Kinder jetzt brauchen, das Gefühl von Sicherheit, Geborgenheit und die Ermutigung zu gutem Selbstgefühl. Unsere Kinder erreichen das durch freies/gemeinsames Spiel in der Natur oder zu Hause. Unsere Wohnung sieht aus wie ein Abenteuerspielplatz, es gibt Höhlen und Schauplätze aller Art. Die beiden verkleiden sich, spielen mit imaginären Personen und Tieren wie schon lange nicht mehr.

Wir haben Beete angelegt, kochen gemeinsam - auch über dem Feuer, die Kinder schnitzen, malen, fahren Fahrrad und hacken Holz. Es gibt viel Raum für Familienkuscheln. Henry und Ruby haben ihren Weg gefunden um damit umzugehen, was sie gerade erleben und wir als Eltern unterstützen sie dabei. Schulaufgaben stehen dabei derzeit einfach nicht an erster Stelle.

Vielen Dank für die Mails, abwechslungsreichen Aufgaben, motivierenden Worte - daran liegt es nicht. Ich bin mir sicher, dass die Klassen und Lernniveaus sich wieder finden wenn alle wieder ihren Platz im Klassenzimmer eingenommen haben.

Herzliche Grüße und hoffentlich bis bald wieder 'in echt'.

Kristin Drotziger und Robert Lindner




* Die Genehmigungen für eine Veröffentlichung wurden von der Schullleitung eingeholt.

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