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Das Gefangenenlager.

Der Kriegseintritt führte jedoch dazu, dass man die Kaserne als Gefangenenlager umfunktionierte und bereits drei Monate nach Kriegsbeginn am 2. Dezember 1914 die ersten 60 Kriegsgefangenen einzogen. Unter den teils leicht Verletzten waren Franzosen, Belgier und Russen zu finden. Sie fanden zunächst ein noch unfertiges Lager im Sinne der Haager Verordnung vor, so gab es noch keine fertigen Sanitär- und Kanalisationsanlagen. Die ersten Gefangenen mussten in den Stallungen ihr Heim suchen. Spätestens im September 1915 scheint das Lager dann jedoch komplett eingerichtet gewesen zu sein, denn am 16. des Monats lud der Lagervorstand Presse zu einer Lagerführung ein. Ziel war es natürlich, der Welt eine vereinbarungsgemäß humane Behandlung der Gefangenen zu zeigen. Die Presse berichtete gleichtönend sodann auch von glücklichen und zufriedenen Gefangenen.

In Deutschland zählte man insgesamt 2.526.922 Gefangene (Durchschnitt 14.440 Gefangene je Lager), darunter auch 111.879 Zivilisten.

Für Ebersdorf sind zunächst folgende Zahlen überliefert:

 Zeitpunkt

 Gefangene insgesamt

 davon

 Franzosen

 davon

 Russen

 davon

Belgier

 davon

Engländer

 davon

Italiener

 davon

Serben

 16. Sept. 1915

 4.349

3.573

 

 739

 34

 2

 
 

 
 

 10. Oktober 1918

 23.098

  

 7.306

  

 10.941

  

 12

  

 2.888

  

 1.414

  

 537

  

 Januar 1919

 6.000

  

 

 über 3.000


 

 

 

Gefangenenliste ohne Verstorbene
Sämtliche Kriegsgefangene Ebersdorf.pdf (204.02KB)
Gefangenenliste ohne Verstorbene
Sämtliche Kriegsgefangene Ebersdorf.pdf (204.02KB)

 

Offen bleibt noch eine wichtige Frage: Waren im Chemnitzer Lager 6.000 Gefangene gleichzeitig interniert oder tatsächlich 23.000? Waren es "nur" 6.000, wie öfters angegeben wird, dann stellt sich die Frage, wie sich die hohe Fluktuation der weiteren 17.000 gefangenen erklären lässt. Über einen regelmäßigen Austausch von Gefangenen ist nichts bekannt. Auch erscheinen wiederholte Entlassungen nicht realistisch. Theoretisch hätten aller halbe Jahre 2.000 Gefangene das Lager verlassen müssen und in gleicher Anzahl neue ankommen müssen. Nur dies erkläre die Zahl von 23.000 Gefangenen. ODER aber es waren tatsächlich zu einem Zeitpunkt 23.000 Gefangene in Ebersdorf. DAS wäre dann ein wirklich unhaltbarer Zustand gewesen!

Eine komplette Ausarbeitung ist der Geschichte des Gefangenenlagers ist vorgesehen, ein Zeitraum jedoch nicht absehbar. Bitte kontaktieren Sie uns, wir suchen noch kundige Mitstreiter!
W
eitere Informationen können nur nach und nach folgen.

Ein informativer Artikel von Andrew Lucas primär über das als Wachmannschaft eingesetzte 1. Landsturm-Infanterie-Bataillon Chemnitz XIX.10 kann hier eingesehen werden:  https://www.facebook.com/groups/german1914/permalink/933263724185338


 

 

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